Nach einem Urlaub, einem Ausflug oder auch nur einem langen Arbeitstag gibt es diesen Moment, in dem der Körper schneller versteht als der Kopf: Hier muss gerade niemand ankommen. Hier ist schon angekommen worden.
Natürlich ist Zuhause nicht immer friedlich. Manchmal wartet dort der volle Wäschekorb, die unbezahlte Rechnung, der Kühlschrank mit einem Glas Senf und einer sehr alten Möhre. Manchmal ist Zuhause laut, eng, kompliziert oder vorläufig. Für manche Menschen ist es nicht sicher genug. Für andere fehlt es ganz. Gerade deshalb sollte man diesen Ort nicht kleinreden, wenn er da ist.
Vielleicht ist Heimkommen einer der stillsten Formen von Reichtum. Nicht der Reichtum, von dem Prospekte erzählen. Kein Pool, kein Meerblick, kein Frühstücksbuffet mit drei Sorten Melone. Sondern der Luxus, die Tür hinter sich schließen zu können. Leitungswasser zu trinken. Das eigene Kissen zu kennen. Nicht mehr funktionieren zu müssen, sondern einfach die Schultern sinken zu lassen.
Das Unspektakuläre hat einen schlechten Ruf. Es verkauft sich nicht gut. Niemand macht Werbung mit einem Abend, an dem einfach nur die Waschmaschine läuft und draußen eine Amsel den Tag akustisch zusammenfaltet. Dabei liegt genau darin oft die Erholung: dass nichts mehr glänzen muss. Vielleicht merkt man das besonders nach schönen Tagen. Wenn der See glitzerte, das Eis tropfte, der Weg länger war als gedacht und alle ein bisschen müde sind. Dann wird die Rückkehr selbst zum Geschenk. Nicht, weil draußen nichts zählt. Sondern weil es einen Ort gibt, an dem das Erlebte landen darf.
Manchmal ist Glück kein großes Ziel. Manchmal ist es der Moment, in dem man die Tasche abstellt, das Fenster öffnet und denkt: „Gut. Wieder da.“Die Rubrik „Um Himmels Willen“ macht Sommerpause bis zum 15. August. Bis zu ihrer Rückkehr erscheinen an dieser Stelle kleine Sommergedanken zwischen Himmel, Erde und Alltag.