Jede der drei Stationen setzt einen anderen Schwerpunkt. Sarah Barfigo möchte die Kinder für ihre Umgebung sensibilisieren und den Blick auf die Vielfalt der Natur lenken. Dafür entwickelte sie eine „Farbensafari“. Mit bunt bemalten Eierkartons gehen die Kinder auf die Suche nach Naturmaterialien in den Farben Blau, Rot, Grün, Gelb und Braun. Blätter, Blüten, Steine oder andere Fundstücke werden gesammelt und den jeweiligen Farben zugeordnet.
„Mir war es wichtig, dass die Kinder bei dem frühen Medienkonsum auch ein Naturgefühl bekommen und mit offenem Blick durch die Leinemasch gehen“, sagt Barfigo. Das Sammeln werde so zu einer spielerischen Entdeckungsreise, bei der Farben und Natur unmittelbar miteinander verbunden werden.
Bewegung und Orientierung stehen dagegen bei Lukas Nonnemanns Station im Mittelpunkt. Er schickt die Kinder auf eine Schnitzeljagd, bei der sie den Weg selbst finden müssen. An verschiedenen Kreuzungen vergleichen sie ihre Umgebung mit Fotos und entscheiden gemeinsam, welche Route die richtige ist. Ergänzt wird die Tour durch ein Natur-Bingo. Darauf sammeln die Kinder Entdeckungen wie Federn, Blumen, Spinnennetze oder Ameisen und halten fest, was ihnen unterwegs begegnet.
„Ich wollte es möglichst anschaulich für die Kinder machen und erreichen, dass sie selbst aktiv werden, Orte und Wegkreuzungen wiedererkennen und anschließend eigenständig die richtige Route finden“, erläutert Nonnemann.
Während zwei Gruppen draußen unterwegs sind, bleibt eine dritte an der Maria-Troll-Hütte. Dort bietet Zahra Tohidtabar ein kreatives Gegenprogramm an. Aus aufgeschnittenem Staudensellerie, Karotten, Paprika sowie verschiedenen Obstsorten entstehen natürliche Druckstempel. Mit ihnen gestalten die Kinder Stoffbeutel und Kissenbezüge. „Ich wollte ganz bewusst etwas Künstlerisches mit den Kindern machen – für diejenigen, die sich nicht so gerne bewegen“, erklärt Tohidtabar. Gleichzeitig erleben die Kinder, dass sich Alltagsmaterialien auf ganz unterschiedliche Weise einsetzen lassen. Für die Stadt Laatzen ist das Projekt gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Die Vorschulkinder sammeln Erfahrungen außerhalb ihrer gewohnten Kita-Umgebung und lernen die Leinemasch auf spielerische Weise kennen. Gleichzeitig erhalten die Auszubildenden Gelegenheit, ein größeres Projekt eigenverantwortlich zu entwickeln und durchzuführen.
Ausbildungsleiterin Susanne Grothe sieht darin einen wichtigen Baustein der pädagogischen Qualifizierung. Die drei Teilnehmenden kämen aus unterschiedlichen Einrichtungen und hätten ihre Ideen gemeinsam zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Davon profitierten sowohl die angehenden Fachkräfte als auch die künftigen Schulkinder aus allen zwölf städtischen Kindertagesstätten, die zu den Entdeckertagen eingeladen wurden.
Die drei Projektverantwortlichen gehören zu den derzeit 24 pädagogischen Fachkräften, die bei der Stadt Laatzen ihre tätigkeitsbegleitende Ausbildung absolvieren. Mit den erstmals angebotenen Entdeckertagen zeigen sie, wie sich Naturerlebnis, Kreativität und Bewegung zu einem gemeinsamen Lernangebot verbinden lassen .