Rund drei Jahre nach dem Baubeginn im Oktober 2023 verfügt der Schulstandort damit über ein modernes zweigeschossiges Gebäude mit etwa 3500 Quadratmetern Nutzfläche. Zur Eröffnung kamen Schülerinnen und Schüler, das Kollegium, Vertreter aus Politik und Stadtverwaltung sowie Beteiligte aus Planung und Bau zusammen.
Bürgermeister Kai Eggert bezeichnete den Abschluss des Projekts als wichtigen Schritt für Laatzen. Ein Schulbau dieser Größe bringe immer Aufgaben mit sich, die nur gemeinsam gelöst werden könnten, sagte er. Sein Dank gelte allen, die geplant, gebaut, organisiert und unterstützt hätten. Besonders hob Eggert die Geduld der Schulgemeinschaft hervor, die in den vergangenen Jahren viel mitgetragen habe. An die Kinder gerichtet sagte er: „Danke, dass ihr so lange durchgehalten habt. Jetzt gehört dieses Gebäude euch. In den Sommerferien richten wir eure neue Schule weiter ein, damit ihr nach den Ferien gut starten, hier lernen, spielen, lachen und euch wohlfühlen könnt. Ich wünsche euch eine richtig schöne Schulzeit in eurer neuen Grundschule.“Schulleiter Tobias Ahlswehde sprach von einer neuen Etappe für die Schulgemeinschaft. Der bisherige Altbau sei für viele Menschen mit Erinnerungen verbunden gewesen, die heutigen Klassen hätten dagegen fast nur ein Schulleben im Container kennengelernt. Mit dem Umzug in den Neubau entstünden nun neue Möglichkeiten für Unterricht und Zusammenleben, die den Ort langfristig prägen würden.
Das Gebäude umfasst acht allgemeine Unterrichtsräume, fünf Differenzierungsräume sowie Fachräume für Musik, Werken, Natur und Technik. Hinzu kommen eine Mensa, eine Lehrküche mit vier Kochinseln, Räume für den offenen Ganztag, Verwaltung, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Ergotherapie. Ein Farbkonzept soll die Orientierung erleichtern: Im Erdgeschoss dominieren grüne Akzente, im Obergeschoss Blau.
Innenfenster binden die Flure stärker in die Lernumgebung ein und schaffen Sichtbeziehungen zu den Klassenräumen. Ahlswehde sieht darin einen Vorteil für neue Unterrichtsformen. „Die Transparenz der innenliegenden Räume ist beeindruckend. Viele verglaste Wandöffnungen demonstrieren, dass wir uns sehen und begegnen möchten. Die Schularbeit der Kinder wird viel mehr selbstgelenkt stattfinden können, bei gleichzeitig hervorragender Beaufsichtigung“, sagte der Schulleiter.
Auch Barrierefreiheit wurde eingeplant. Dazu gehören Hinweisschilder an Handläufen, ein tastbarer Raumplan, ein Aufzug und ein Raum zum Laden elektrischer Rollstühle. Die Unterrichtsräume sind jeweils für 26 Kinder ausgelegt. Für sie beschafft die Stadt 208 Stühle, weitere 32 Stühle sind für die Differenzierungsräume vorgesehen. Alle haben eine einheitliche Sitzhöhe, aber verstellbare Fußrasten. Die Idee dazu kam von Ahlswehde; in diesem Umfang ist die Lösung im Stadtgebiet bislang einmalig.
Jeder Unterrichtsraum erhält eine digitale Tafel, im Musik- und Werkraum werden Whiteboards eingesetzt. Außerdem sind Polsterhocker in Hellblau und Hellgrün, Polsterregale mit Sitz- und Stauraum sowie Schulranzenregale vorgesehen. Die Lehrkräfte bekommen manuell höhenverstellbare Schreibtische.
Die Mensa im Erdgeschoss bietet Platz für bis zu 60 Kinder gleichzeitig. Das Essen liefert der Caterer apetito im Cook-and-Chill-Verfahren. Weil die Stadt die nötigen Geräte wie Konvektomaten selbst angeschafft hat und nicht über den Caterer mietet, kostet ein Menü die Familien 3,63 Euro.
Für den offenen Ganztag entstehen eigene Bereiche, unter anderem für Schauspiel und Verkleiden, Bauen mit LEGO, Tanzangebote mit Spiegelwand sowie Gesellschaftsspiele. Der Freizeitraum ist mit Hängehöhle, Airhockey-Tisch, altersgerechtem Boxsack und Leichtturnmatten ausgestattet. Im Ergotherapieraum sind ein Hängesessel und Polsterhocker vorhanden, der Sanitätsraum erhält eine Liege.
Die Außenanlage soll Bewegung und angenehmen Aufenthalt ermöglichen. Angelegt sind unter anderem ein Ballkorb, ein kleiner Fußballplatz, Klettermöglichkeiten aus verschränkten Baumstämmen, ein Holzsitzbereich, eine Seilschaukel, ein Kickertisch und eine Tischtennisplatte.
Am Eröffnungstag war die endgültige Einrichtung noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Wochen wird zunächst die Ausstattung für den Schulbetrieb aufgebaut, danach folgen die Bereiche für den Ganztag. Für Planung, Bau und Einrichtung sind im Haushalt der Stadt rund 16,07 Millionen Euro vorgesehen.