Leine-VHS ist insolvent
Stadt Laatzen informiert über ihr Tochterunternehmen

Die Leine-VHS hat im Valentin-Klein-Gebäude in Laatzen-Mitte ihre Büros und Seminarräume.Foto (Archiv): Daniel Junker
Laatzen. Die Leine-Volkshochschule Laatzen gGmbH hat beim Amtsgericht Hannover einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Hintergrund ist der Ratsbeschluss, der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt keine weiteren städtischen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Grund für die Zuspitzung ist der massive Einbruch im Integrationsbereich. Weil der Bund die Finanzierung von Integrationskursen erheblich eingeschränkt hat, konnte die Volkshochschule entsprechende Angebote nicht mehr im bisherigen Umfang aufrechterhalten. Ab 2026 rechnet die Gesellschaft deshalb nach Angaben der Stadt Laatzen mit einem Umsatzrückgang von rund 40 Prozent. Weder die Volkshochschule selbst noch die Stadt Laatzen sehen sich in der Lage, diese Ausfälle dauerhaft auszugleichen.

Geschäftsführer Bastian Wegener informierte Mitarbeitende sowie Dozentinnen und Dozenten über die Lage und das weitere Verfahren. Das Amtsgericht soll nun über den Antrag entscheiden und voraussichtlich einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen. Anschließend wird geprüft, ob und in welcher Form der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann.

Kurse ohne bisherige Anmeldungen wurden vorerst aus dem Buchungssystem genommen. Kurz bevorstehende Prüfungen sollen nach Möglichkeit stattfinden oder an eine andere Einrichtung übertragen werden. Darüber soll gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter entschieden werden.

Bastian Wegener, Geschäftsführer der Leine-Volkshochschule Laatzen gGmbH, erklärt dazu: „In den vergangenen Monaten haben wir intensiv daran gearbeitet, die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren, was uns nicht gelungen ist. Mir ist bewusst, dass diese Nachricht über den Insolvenzanmeldung bei unseren Mitarbeitenden, Dozentinnen und Dozenten sowie Kursteilnehmenden große Verunsicherung auslöst. Gemeinsam mit dem noch durch das Amtsgericht Hannover zu bestimmenden vorläufigen Insolvenzverwalter werden wir nun alles daransetzen, den weiteren Prozess so geordnet wie möglich abzuwickeln.“

Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Kai Eggert betont: „Der Insolvenzantrag der Leine-VHS erfüllt mich mit großem Bedauern. In den vergangenen fünf Jahren haben die kommunalen Gesellschafter, die politischen Gremien, die Geschäftsführung und die Mitarbeitenden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Volkshochschule wirtschaftlich zu stabilisieren und dauerhaft zu erhalten. Diese Bemühungen waren mit einem hohen zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand verbunden. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser gemeinsame Kraftakt langfristig erfolgreich gewesen wäre. Zugleich tragen wir Verantwortung für eine nachhaltige und generationengerechte Haushaltsführung. Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung, keine weiteren finanziellen Verpflichtungen zulasten des städtischen Haushalts einzugehen, konsequent und notwendig. Mein Dank gilt allen, die sich in den vergangenen Jahren mit großem Engagement für den Fortbestand der Leine-VHS eingesetzt haben.“

Der Rat hält nach Angaben der Stadt an einer offenen und rechtssicheren Erwachsenenbildung in Laatzen fest. Künftige Angebote sollen stärker am Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz ausgerichtet werden und weniger von unsicheren Drittmitteln abhängen. Eine Arbeitsgruppe mit Verwaltung, Politik sowie Bildungs-, Kultur- und Sozialakteuren soll dafür ein Konzept erarbeiten. Der Aufsichtsrat hat zudem den bisherigen weiteren Geschäftsführer Daniel Diedrich abberufen. RED
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