LaatzenerHitzeaktionsplanerstmals im Praxistest
Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius: Stadt setzt auf Warnketten und mobile Trinkwasserstationen

Bürgermeister Kai Eggert zeigt die temporär installierte Trinkwasser-­station. Foto: Stadt Laatzen
Laatzen. Die Temperaturen in der Region Hannover klettern derzeit auf mehr als 30 Grad Celsius. Die Laatzener Stadtverwaltung nimmt die aktuelle Hitzebelastung zum Anlass, über konkrete Schutzmöglichkeiten für Einwohnerinnen und Einwohner sowie über den Hitzeaktionsplan zu informieren.

„Wenn es in den eigenen vier Wänden wegen der Hitzebelastung kaum noch auszuhalten ist, braucht es erreichbare Orte, an denen Menschen durchatmen und sich abkühlen können. Genau daran arbeiten wir: Wir informieren früher, wir sensibilisieren unsere Einrichtungen, wir machen kühle Orte sichtbarer, stärken den Zugang zu Trinkwasser an öffentlichen Orten und denken Entsiegelung, Verschattung und Hitzeschutz bei städtebaulichen Themen mit“, teilt die Verwaltung mit.

Im Mittelpunkt in Laatzens Hitzeaktionsplan stehen sogenannte Kommunikationskaskaden: Bei Hitzewarnungen werden Informationen an Multiplikatoren weitergegeben. Dazu gehören unter anderem städtische Einrichtungen, die zentrale Information im Rathaus-Foyer, das Stadthaus, Jugendzentren, Kindertagesstätten sowie weitere Akteure, die besonders gefährdete Menschen erreichen können, etwa Ärztinnen und Ärzte, Apotheken, Pflege- und Beratungseinrichtungen oder soziale Netzwerke vor Ort.

„Gerade die Menschen, die Hitze besonders belastet, erreicht man nicht allein mit einer Meldung auf der Internetseite“, sagt Bürgermeister Kai Eggert. „Deshalb setzen wir auf Menschen, die ohnehin im Kontakt mit den Betroffenen stehen: in Kitas, im sozialen Bereich, in Einrichtungen, Praxen, Apotheken, Familien und Nachbarschaften. Wir wollen dafür sorgen, dass niemand mit der Hitze allein gelassen wird.“

Auch der Zugang zu Trinkwasser ist ein wichtiger Baustein im Hitzeschutz. Zwei öffentlich zugängliche Trinkwasserbrunnen befinden sich derzeit in Planung: einer am Stadthaus und einer in Alt-Laatzen am Marktplatz. Fördermittel dafür sind beantragt. Ergänzend hat sich Enercity kurzfristig bereit erklärt, an beiden vorgesehenen Standorten mobile Trinkwasserstationen einzurichten, die dort für einige Tage – voraussichtlich bis nach dem Wochenende – zur Verfügung stehen. Das Wasser wird kostenfrei angeboten und soll Passantinnen und Passanten eine unkomplizierte Möglichkeit bieten, sich während der Hitzeperioden zu erfrischen.

Wer sich draußen abkühlen möchte, sollte schattige Parkanlagen, Grünflächen und andere kühlere Aufenthaltsorte nutzen. Zusätzlich sind die drei verlässlich offenen Kirchen St. Oliver in Laatzen Mitte, St. Mathilde in Alt Laatzen und die Pilgerkirche St. Marien in Grasdorf auf die Hitzesituation vorbereitet und stehen als ruhige, kühle Rückzugsorte zur Verfügung.

Einwohnerinnen und Einwohner können bei Fragen zum Gesundheitsschutz bei Hitze das Hitze-Telefon der Region Hannover nutzen. Es ist unter der Nummer (0511) 61643434 erreichbar. Erreichbar ist das Hitze-Telefon montags bis donnerstags von 9 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr.

„Viele Maßnahmen gegen Hitze wirken nicht von heute auf morgen“, sagt die Verwaltung. Deshalb setzt die Stadt neben akuten Informationen und Warnwegen auch auf mittel- und langfristige Anpassungen. Dazu gehören mehr Schatten, mehr Grün, der Erhalt und Ausbau grüner Infrastruktur sowie die Frage, wo versiegelte Flächen reduziert werden können. Einwohnerinnen und Einwohner finden den Hitzeaktionsplan sowie weitere hilfreiche Tipps im Umgang mit der Wärmebelastung im Internet unter www.laatzen.de. Dieser Sommer ist für den Hitzeaktionsplan der erste Praxistest. Die Stadtverwaltung wird im Verlauf des Sommers und im Herbst auswerten, welche Verteiler funktionieren, wo Informationen zuverlässig ankommen und wo nachgeschärft werden muss. RED
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