Wenn Kunst etwas zum Klingen bringt
Die GlowArt Gallery in Laatzen zeigt ab dem 12. Juni die Gruppenausstellung „Resonanz“ mit neun künstlerischen Positionen aus Deutschland und der Schweiz

Die Arbeiten von Thea Elvont befassen sich mit Gegenständlichkeit und spirituellen Erfahrungen.
Laatzen. Kunst muss nicht immer sofort erklärt werden. Manchmal wirkt sie, bevor Worte dafür gefunden sind: durch Farbe, Bewegung, Gesichter, Formen oder Erinnerungen, die beim Betrachten auftauchen. Genau darum geht es in der neuen Gruppenausstellung „Resonanz – Wenn Kunst berührt und Wahrnehmung sichtbar wird“, die am Freitag, 12. Juni, um 16 Uhr in der GlowArt Gallery Hannover/Laatzen eröffnet wird.

Neun Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Berlin und der Schweiz zeigen dort Arbeiten, die sehr unterschiedlich entstehen und doch durch ein gemeinsames Thema verbunden sind: Wie berührt Kunst den Menschen? Was löst ein Bild aus? Und warum spricht ein Werk manche Betrachterinnen und Betrachter unmittelbar an, während andere sich erst langsam annähern?

Entstanden ist die Ausstellung aus einem Aufruf, der weit über Laatzen hinaus Wirkung zeigte. Nach Angaben der Galerie erreichte ein Social-Media-Beitrag der GlowArt Gallery innerhalb kurzer Zeit mehr als 65.000 Menschen. Mehr als 500 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und dem Ausland bewarben sich daraufhin für eine Ausstellung in der Region Hannover. Aus diesen Bewerbungen wurden neun Positionen ausgewählt. So treffen in Laatzen nun Menschen aufeinander, die ohne den digitalen Aufruf vermutlich nicht gemeinsam ausgestellt hätten: Autodidaktinnen und Autodidakten ebenso wie erfahrene Kunstschaffende, Künstlerinnen und Künstler aus der Region ebenso wie aus Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und der Schweiz. Auch der 77-jährige Berliner Künstler Klaus Kothe gehört dazu, der nach Angaben der Galerie seit Langem mit Wolfgang Joop befreundet ist und auch als dessen Double aufgetreten ist. Die Idee der „Resonanz“ erhält dadurch eine zusätzliche Ebene: Kunst wird hier nicht nur als Wirkung zwischen Bild und Publikum verstanden, sondern auch als Begegnung zwischen Lebenswegen, Geschichten und Sichtweisen.

Die Ausstellung versammelt figurative und abstrakte Malerei, Mixed-Media-Arbeiten, Porträts, intuitive Bildwelten und Werke, die aus persönlichen Erfahrungen heraus entstanden sind. Damit richtet sie sich nicht nur an ein kunstkundiges Publikum. Auch wer selten Ausstellungen besucht, kann sich über die Grundidee leicht nähern: „Resonanz“ meint hier den Moment, in dem ein Bild nicht nur angesehen wird, sondern innerlich etwas in Bewegung bringt.

Zu sehen sind Arbeiten von Carmen Vera Rosenberg aus Bad Grund, Deborah Stix aus Ratingen bei Düsseldorf, Elena Grumann aus Wunstorf, Gloria Hellinghausen aus Köln, Klaus Kothe aus Berlin, Nataly Baumann aus Hildesheim, Soraya Heuer aus Soltau, Thea Elvont aus der Schweiz und Ute Baumann aus Quedlinburg. Jede dieser Positionen bringt eine eigene künstlerische Sprache mit.

Carmen Vera Rosenberg arbeitet unter anderem mit Acryl, Spachteltechnik und Mixed Media. Ihre Bilder bewegen sich zwischen figurativer Malerei, poetischem Expressionismus und surrealen Einflüssen. In der Ausstellung zeigt sie unter anderem Werke aus der Serie „Mystic Femme Art – Mystische Frauenkunst“, in der Körper, Farbe und Bewegung eine wichtige Rolle spielen.

Deborah Stix setzt dagegen stark auf Intuition und Experimentierfreude. Sie arbeitet nicht nur auf Leinwand, sondern auch auf Holz, Treibgut, Porzellan, Steinen oder anderen Fundstücken. Ihre Bilder entstehen häufig ohne genaue Vorzeichnung. Aus Farbe, Bewegung und zunächst scheinbarem Chaos entwickeln sich Formen, Strukturen und kleine Geschichten.

Bei Elena Grumann ist Kunst eng mit Emotion, Bewegung und inneren Prozessen verbunden. Sie arbeitete lange mit Kindern und Erwachsenen in Bereichen wie Entspannung, Stressmanagement und psychologischer Beratung. Heute entstehen großformatige abstrakte Arbeiten, in denen Kreisformen, Linien und leuchtende Farbflächen an Tanz, Atem und Veränderung erinnern.

Ute Baumann widmet sich besonders der Wirkung von Farbe und Natur. In ihren Arbeiten spielt Blau eine zentrale Rolle: als Farbe von Himmel, Wasser, Weite und Erinnerung. Ihre Bilder bleiben offen für eigene Deutungen und laden dazu ein, innezuhalten.

Thea Elvont verbindet in ihren Werken Malerei, Fantasie und gegenständliche Elemente. Sie bezeichnet viele ihrer Arbeiten als Energiebilder. Gemeint sind damit Werke, die Gefühle, innere Bilder und intensive Eindrücke sichtbar machen sollen.

Soraya Heuer bringt eine internationale Biografie und viel Ausstellungserfahrung mit. Geboren in Kolumbien und seit 1994 in Deutschland lebend, versteht sie Kunst auch als Verbindung zwischen Menschen. Neben ihrer eigenen Malerei engagiert sie sich in Integrationsprojekten und gibt Malkurse.

Nataly Baumann beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Gesichtern, Identität und Emotion. In der Ausstellung zeigt sie unter anderem Frauenporträts aus der Fantasie sowie kleine Formate mit bekannten Persönlichkeiten vor kräftigen Hintergründen.

Klaus Kothe arbeitet mit Wahrnehmung, Farbe und dem, was zwischen Ordnung und Freiheit liegt. Seine Bilder setzen nicht auf schnelle Antworten, sondern auf Atmosphäre, Spannung und eigene Deutung. Gloria Hellinghausen wiederum entwickelt abstrakte, farbstarke Arbeiten aus Erinnerungen, Reisen und Lichtstimmungen. Ihre Bilder erschließen sich oft erst beim längeren Hinsehen.

Die Vernissage am Freitag, 12. Juni, beginnt um 16 Uhr und bietet Gelegenheit, mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt zur Eröffnung ist kostenfrei, die Veranstalter würden sich freuen, wenn die Gäste in festlicher Garderobe erscheinen. Die Ausstellung ist anschließend vom 13. bis 28. Juni in der GlowArt Gallery im Leine-Center Laatzen, Albert-Schweitzer-Straße 10, zu sehen. R/HR

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