Klimaschutz auf dem Dach
Stadt rüstet die Feuerwehr Gleidingen/Rethen mit der bislang leistungsstärksten städtischen PV-Anlage aus

Grüner Strom: Auf den rund 1400 Quadratmeter großen Pultdachflächen hat die Stadt Laatzen 337 Solarmodule installieren lassen.Fotos (2): Stadt Laatzen
Laatzen. Die Stadt Laatzen kommt ihren Klimaschutzzielen ein weiteres Stück näher und forciert den Ausbau erneuerbarer Energien auf den Dächern ihrer Gebäude. Ein weiterer sichtbarer Baustein: Auf dem Dach des Feuerwehrhauses Rethen/Gleidingen produziert künftig die mit Abstand größte städtische Fotovoltaikanlage sauberen Strom.

„Mit dieser Anlage gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität. Besonders freut mich, dass wir hier nicht nur den Eigenbedarf deutlich übertreffen können, sondern zugleich unsere kritische Infrastruktur wie die Feuerwehr zukunftsfest und unabhängiger von Energiepreisschwankungen aufstellen“, so Laatzens Bürgermeister Kai Eggert.

Auf den rund 1400 Quadratmeter großen Pultdachflächen hat die Stadt Laatzen 337 Solarmodule installieren lassen. Damit wird etwa die Hälfte der Dachfläche aktiv für die Energiegewinnung genutzt. Unter optimalen Bedingungen erreicht die Anlage eine Leistung von 153 Kilowatt-Peak (kWp) und ist damit die bislang größte städtische Fotovoltaikanlage. Der Autarkiegrad der Anlage beträgt rund 72 Prozent. Rein rechnerisch kann sie damit etwa den Jahresstrombedarf des Feuerwehrhauses, der zuletzt etwa rund 61.000 kWh betrug, zu mehr als 200 Prozent decken. Ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 33,2 kWp ergänzt das System.

Laatzens Stadtrat Hauke Schröder betont: „Bei unserer Solar-Offensive setzen wir nicht auf pauschale Lösungen, sondern prüfen jede Dachfläche sorgfältig und auf der Grundlage des Solarkatasters der Region Hannover. Entscheidend sind neben der Ausrichtung und Neigung auch die statischen Voraussetzungen, mögliche anstehende Dachsanierungen sowie die konkrete Nutzung der Gebäude. Damit stellen wir sicher, dass wir das jeweils bestmögliche Potenzial für die Solarstromerzeugung ausschöpfen und unsere Investitionen wirtschaftlich einsetzen.“

Die Inbetriebnahme der Anlage am Standort Gleidingen/Rethen ist für Ende des zweiten Quartals vorgesehen. Bis dahin erfolgt noch die Verlegung von Leitungen von den Modulen zum Wechselrichter.

Stadtbrandmeister Sven Wenger erklärt: „Ich freue mich, dass wir die großen Dachflächen der Feuerwehr sinnvoll nutzen können. Der Grundbedarf der Feuerwehr kann nicht weiter runtergefahren werden, um Energie einzusparen. Wichtige Systeme und Ladestrukturen müssen 24/7 laufen. Um dies sinnvoll zu kompensieren, ist die Nutzung eines Stromspeichers, der tagsüber mit Sonnenenergie geladen wird, ein wichtiger Beitrag der Feuerwehr zur Klimaneutralität.“

Insgesamt investierte die Stadt rund 134.000 Euro in Machbarkeitsprüfung und Installation. Die Region Hannover hat das Projekt mit 26.000 Euro gefördert. Die Anlage auf der Feuerwache ist das bisher größte im Rahmen des Modells umgesetzte Projekt. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Jahren sechs PV-Anlagen in sechs Kommunen mit rund 100.000 Euro unterstützt und damit eine Leistung von rund 420 kWp auf die Dächer der Region gebracht. Fünf weitere Projekte sind in der Planung.

Auch den weiteren Ausbau hat die Stadt Laatzen fest im Blick: Solaranlagen sollen künftig unter anderem auf dem Feuerwehrgebäude im Sankt-Florian-Weg, dem Verwaltungsgebäude des Betriebshofes sowie dem Dienstgebäude in der Gutenbergstraße 15 entstehen. Für Planung und Bau weiterer PV-Anlagen stellt die Stadt Laatzen im Haushalt 2025 bis 2028 insgesamt 1,25 Millionen Euro bereit.
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