Gegen 10 Uhr rückten rund 160 Einsatzkräfte zu dem Waldstück aus. Die Einsatzleitung koordinierte die Übung von einem eigens eingerichteten Lagezentrum aus, vom Parkplatz an der Hohen Bünte nahe dem Strandbad in Hemmingen-Westerfeld. Torsten Temps, Leiter der Führungseinheit der Regionsfeuerwehr, sowie der stellvertretende Brandabschnittsleiter Martin Meinshausen gaben per Lageplan auf einem Monitor einen Überblick über das Vorgehen. Meinshausen hatte für die Übung die Gesamteinsatzleitung übernommen.
Von der Hohen Bünte aus verlegten die Einsatzkräfte mit jeweils 20 Meter langen Schlauchelementen gleich mehrere kilometerlange Wasserverbindungen vom Büntesee bis in das Ricklinger Holz. Unter anderem entstand eine mehr als einen Kilometer lange Schlauchleitung, die vom Ufer des Büntesees an der „Shinebar“ und dem Strandbadgelände vorbei bis zur Kleingartenkolonie Kornhast führte. An der Kolonie stellten die Einsatzkräfte eine sogenannte Verstärkerpumpe auf, die das Wasser von dort aus weiter bis in das Naturschutzgebiet fördern sollte, damit dort beim Löschangriff genügend Wasser zur Verfügung steht.
Eine weitere, ebenfalls rund einen Kilometer lange Leitung verlegten die Helferinnen und Helfer in das Waldstück nahe der Reuterwiese, an der eine zusätzliche Verstärkerpumpe den Wasserdruck aufrecht erhalten sollte. Vorgabe der Übungsleiter: Mindestens 800 Liter Wasser sollten die Einsatzstelle pro Minute erreichen.
In diesem Einsatzabschnitt positionierten die Stadtfeuerwehren Pattensen und Laatzen ihre Einsatzfahrzeuge auf einem Waldweg. Mehrere Löschtrupps arbeiteten sich durch das dichte Grün bis zu ihrer fiktiven Einsatzstelle vor. Dort hieß es: „Wasser marsch!“ Eine zusätzliche Herausforderung: Der Bewuchs war so dicht, dass die jeweiligen Zweierteams ihre nur wenige Dutzend Meter entfernten Kameradinnen und Kameraden kaum sehen konnten. Einige Wege in dem Waldstück sperrten die Einsatzkräfte vorsorglich ab, die meisten blieben aber weiterhin offen, sodass zahlreiche Spaziergänger und Radfahrer die Übung verfolgten.Hemmingens Bürgermeister Jan Dingeldey (CDU) verschaffte sich ebenfalls einen Überblick. So ließ er sich unter anderem an der Kleingartenkolonie Kornhast den Einsatz der Verstärkerpumpen und am Lagezentrum das Szenario der Übung erklären.
Um noch mehr Wasser heranzuschaffen, staute derweil das THW aus Springe unter einer Fußgängerbrücke nahe der Bundesstraße 3 und dem Waldschlösschen das Wasser der Ihme rund 50 Zentimeter hoch auf, die an dieser Stelle als Bach durch den Wald fließt. „Das Wasser wäre sonst zu flach, die Schläuche würden Luft mit ansaugen“, beschrieb THW-Gruppenführer Robin Mavroudis das Vorgehen. Unter der Brücke setzte Morteza Salari, mit einer Wathose bekleidet, die Elemente des mobilen Hochwasserschutzsystems „Noaq Boxwall“ in die Ihme ein. „Zur Stabilisierung und Sicherung haben wir die Elemente zusätzlich mit Sandsäcken beschwert“, sagte Gruppenführer Mavroudis.Parallel zum Einsatz im Wald hatte eine weitere Logistiktruppe eine Verpflegungsstation mit Küchenwagen im Feuerwehrhaus in Hemmingen-Westerfeld aufgestellt. Dort bereiteten Küchenleiter Alexander Meier und sein Stellvertreter Björn Roßmannek eine heiße Mahlzeit für die Einsatzkräfte zu. Schließlich müssten sich die Helferinnen und Helfer auch im Ernstfall während des Einsatzes stärken. Am Sonnabend gab es zum Abschluss der Übung ein gemeinsames Mittagessen für alle Beteiligten am Feuerwehrhaus.