Auf rund 12,5 Hektar an der Marktstraße soll in den kommenden Jahren eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadt entstehen. Grundlage dafür ist ein breit angelegter Beteiligungsprozess, der seit August 2025 lief. In 15 Workshops haben mehr als 100 Beteiligte ihre Perspektiven eingebracht – darunter Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen, Lehrkräfte, Verwaltung, Politik, Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Das Ergebnis ist ein Konzept, das von vielen getragen wird und nun als Leitlinie für die weitere Entwicklung dient.
Der Prozess war bewusst offen angelegt. Die beteiligten Architekturbüros Cityförster und Remke Partner setzten auf unterschiedliche Formate, um möglichst viele Stimmen einzubeziehen. Für Grundschulkinder etwa gab es spielerische Methoden wie eine „Karte der Wünsche“, während ältere Teilnehmende mit Plänen und Modellen arbeiteten. Ziel war es, auch komplexe planerische Fragen verständlich zu machen – und gleichzeitig Raum für eigene Ideen zu schaffen. Schritt für Schritt wurden die Vorschläge verdichtet und in ein gemeinsames Konzept überführt.Im Zentrum des Masterplans steht die Idee eines offenen, vernetzten Campus. Herzstück soll ein zentraler Platz werden, der als Begegnungsort für Schulen und Öffentlichkeit dient. Rund um diesen Platz gruppieren sich künftig gemeinsam genutzte Einrichtungen – darunter eine neue vierzügige Grundschule in Nähe der bestehenden Pestalozzischule, eine Campus-Mensa für alle Schulen, mehrere Sporthallen sowie eine Multifunktionshalle, die sowohl für schulische als auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann.
Auch die Außenflächen werden neu gedacht. Mehr Grün, neue Wegebeziehungen und eine klare Struktur sollen das Gelände besser mit dem Stadtteil verbinden und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöhen. Trotz zusätzlicher Gebäude entsteht so ein insgesamt großzügigeres Raumangebot: Pro Schülerin und Schüler stehen künftig deutlich mehr Flächen zur Verfügung als bisher. Gleichzeitig wird der Verkehr neu organisiert – unter anderem durch ein Parkhaus, das Fläche spart und zusätzliche Nutzungen ermöglicht.
Ein zentrales Prinzip der Planung ist die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur. Sportflächen, Mensa oder Veranstaltungsräume sollen von Schulen, Vereinen und der Stadt gleichermaßen genutzt werden können. So entstehen nicht nur Synergien im Betrieb, sondern auch neue Berührungspunkte zwischen Schule und Stadtgesellschaft.
Die Umsetzung des Campus ist als langfristiger Prozess angelegt und soll sich über mehrere Bauphasen erstrecken. Im ersten Schritt steht der Neubau der Grundschule im Fokus, da hier der Bedarf besonders drängt. Weitere Bausteine wie zusätzliche Sporthallen, eine Mensa oder ergänzende Gebäude können in den folgenden Jahren umgesetzt werden. Dabei soll der laufende Schulbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Mit der Vorstellung des Masterplans ist ein wichtiger Meilenstein erreicht – abgeschlossen ist das Projekt damit aber nicht. Die konkrete Umsetzung hängt von politischen Entscheidungen, finanziellen Rahmenbedingungen und weiteren Planungen ab. Klar ist jedoch: Der Bildungscampus soll mehr sein als eine Ansammlung von Schulgebäuden. Er ist als Ort gedacht, der Bildung, Begegnung und Stadtentwicklung miteinander verbindet – und damit ein Stück Zukunft für Laatzen gestaltet.