Neues Zuhause für Feldhamster
Artenschutzstation in Koldingen an neuem Standort –
Ehrenamtliche leisten praktische Hilfe für bedrohte Tiere

In der Station werden die Feldhamster versorgt und aufgezogen. Einige konnten bereits erfolgreich ausgewildert werden.Foto: Grüne Pattensen
Pattensen. Mit der Eröffnung einer neuen Artenschutzstation für den Feldhamster in Koldingen ist ein weiterer Schritt im praktischen Naturschutz in der Region gelungen. Nachdem die bisherige Unterkunft in einer Scheune am Ruther Weg dem Abriss weichen muss, setzt das Projekt nun an anderer Stelle seine Arbeit fort – mit viel Engagement und einem klaren Ziel: dem Erhalt einer der am stärksten bedrohten Säugetierarten Deutschlands. Hinter den Kulissen der Station spielt sich täglich viel ab. In geräumigen, mehrstöckigen Gehegen werden die Tiere versorgt, gefüttert und beobachtet. Ehrenamtliche kümmern sich um Pflege und Organisation, unterstützt von fachlicher Begleitung durch eine Veterinärmedizinerin. Der Aufwand lohnt sich: In den vergangenen Jahren konnten bereits zahlreiche Feldhamster aufgezogen und später wieder ausgewildert werden, unter anderem im Raum Göttingen.

Dass diese Arbeit vollständig ehrenamtlich getragen wird, ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt vom Einsatz vieler Menschen, die Zeit, Wissen und Geduld investieren. „Der Feldhamster gehört zu den am stärksten bedrohten Säugetieren in Deutschland. Sein Schutz ist kein abstraktes Ziel, sondern erfordert konkrete Maßnahmen vor Ort – genau das leistet diese Station“, sagt Uwe Hammerschmidt, Ratsmitglied der Pattenser Grünen.

Unterstützung kommt aus verschiedenen Bereichen. Neben Kooperationen mit Landwirtschaft und Wissenschaft engagieren sich auch einzelne Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Pattensen nicht nur politisch, sondern ganz praktisch vor Ort – etwa bei Pflegearbeiten, organisatorischen Aufgaben oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Ihr Einsatz zeigt, dass Artenschutz nicht allein auf dem Papier stattfindet, sondern vom Mitmachen lebt.Die Arbeit der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V., die die Station betreibt, ist dabei langfristig angelegt. Seit 2015 setzt sich der Verein für den Schutz des Feldhamsters ein und arbeitet daran, Lebensräume zu sichern und die Population zu stabilisieren. „Wenn wir Artenvielfalt erhalten wollen, müssen wir Lebensräume sichern und nachhaltige Bewirtschaftungsformen stärken. Projekte wie dieses zeigen, dass es funktioniert – wenn man es ernst meint“, so Hammerschmidt. RED

Weitere Informationen zur Arbeit der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. sind online abrufbar: ag-feldhamsterschutz-niedersachsen.de



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