5000 Fotos und schlaflose Nächte
Zusätzlich zur Festschrift:Thilo Drögemüller arbeitete ein Jahr an einer Bilderchronik zum 175-jährigen Bestehen des Uniformierten Jägercorps Pattensen

Stolz auf das Ergebnis: Mehr als ein Jahr beschäftigte sich Thilo Drögemüller mit dem Bildband zu 175 Jahren Uniformiertes Jägercorps.Foto: Mark Bode
Pattensen. Es ist eine zeitintensive Arbeit gewesen: Rund ein Jahr hat sich Thilo Drögemüller zusammen mit seiner Frau Lena um eine Bilderchronik zum Uniformierten Jägercorps Pattensen gekümmert. Zudem verfasste der Lehrer auch noch eine 300 Seiten umfassende Festschrift. Der 36-Jährige erzählt, was ihn antrieb und wie es weitergeht.

In Arbeitsstunden kann Thilo Drögemüller es gar nicht beziffern. Es war zumindest ein enormer Zeitaufwand, den der Pattenser in den vergangenen gut zwölf Monaten aufbrachte, um gleich zwei neue Bücher zu vollenden. Er präsentiert nun einen 236 Seiten starken Bildband mit knapp 400 Fotos anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Uniformierten Jägercorps Pattensen. Dazu hat er noch eine knapp 300 Seiten umfassende Festschrift verfasst. „Diesen Aufwand hatte ich vorab nicht ansatzweise erahnt“, sagt er. Er fügt hinzu: „Ich würde es aber wieder genauso machen.“

Es fing alles eher harmlos im März 2025 an. „Eigentlich war es der Plan, die 25 Jahre alte Chronik etwas zu überarbeiten und zeitgemäß aufzubereiten“, sagt der 36-Jährige. Doch dann ging es los. „Seitdem ist die Chronik mein ständiger Begleiter.“ Auch seine Frau Lena war intensiv mit eingebunden. „Als Webentwicklerin steckte sie sehr viel mit drin – emotional und fachlich“, sagt Thilo Drögemüller. „Von Freitag bis Sonntag beschäftigten wir uns nur noch damit.“

Er bekam von vielen Menschen in der Stadt altes Bildmaterial – vor allem nach Aufrufen in den lokalen Medien. „In den Sommerferien hatte ich mich im Archiv eingeschlossen, donnerstags war ich zu den Öffnungszeiten immer in der Heimatstube“, sagt Drögemüller. Am Ende hatte er mehr als 5000 unterschiedliche Bilder gesichtet und diese allesamt digitalisiert. „Es soll nichts mehr verloren gehen“, sagt Drögemüller. „Das geht nun alles in den Besitz des Uniformierten Jägercorps über.“

„Es kam so viel Material zusammen, was gut ist.“ So entstand schließlich die Idee des Bildbands. „Aber es war mir schnell klar, dass die Idee ‚175 Fotos aus 175 Jahren‘ nicht aufgeht. Es passte nicht, mit 175 Bildern kam ich nicht hin.“ Somit wurden es mehr.

Für den 36-Jährigen war das Betrachten der Fotos eine Zeitreise, auf der er Menschen begleitete. „Es gibt einige, beispielsweise August Bötger, die man auf einigen Fotos als Kind sieht und dann als Erwachsenen.“

Darüber hinaus gab es eine Menge an weiteren Unterlagen. Drögemüller entdeckte Berichte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. „Wer nicht an der Front war, versuchte zumindest, an einem Tag gemeinsam mit anderen beim Schützenfest zu frühstücken“, sagt Drögemüller, der selbst Geschichte studiert hat. „Solche Sachen nehmen einen schon mit.“

Mit fortlaufender Zeit setzte allerdings auch Stress ein. Es gab schließlich viele Dinge zu berücksichtigen, immer wieder kamen neue Fragen auf. Was stellt man auf welche Seite? Welche Textpassage ist wo besser aufgehoben? „Da kamen einige schlaflose Nächte zusammen“, sagt Drögemüller.

Wenn er über einem Problem brütete, weckte er mitunter auch seine Frau auf. „Lena, wir müssen das noch einmal besprechen“, sagte er ihr dann. Sie habe dabei stets aufmerksam zugehört und auch um 3 Uhr morgens konstruktive Vorschläge eingebracht.

Doch warum hat er sich das alles überhaupt angetan? Seit seinem 19. Lebensjahr war Drögemüller Mitglied im Zylinderclub, seit zehn Jahren gehört er dem Uniformierten Jägercorps an. „Der Verein hat es geschafft, über so viele Jahrzehnte zu überleben, dabei an alten Werten festgehalten, er hat sich aber auch modernisiert.“

Auf die von ihm vorgelegten Ergebnisse ist Drögemüller durchaus stolz. „Ich bin schon froh, dass es nun vorüber ist. Wir brauchen erst einmal etwas Urlaub“, sagt der Lehrer. Danach bleibt aber gar nicht deutlich mehr Freizeit. Schließlich kümmert sich Drögemüller dann gleich intensiv um die Pläne für das besondere Schützenfest. In diesem Jahr wird vier Tage lang gefeiert – vom 12. bis zum 15. Juni.



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