Als Hotspots werden Bereiche bezeichnet, die am stärksten von einzelnen oder mehreren klimatischen Einflüssen betroffen sind. Das sind sowohl in Hemmingen als auch in Pattensen primär die Gewerbegebiete in den Kernstädten, teilweise auch noch in Arnum. „Es ist hier noch nicht so schlimm wie in Großstädten, aber auch schon messbar“, sagte Spickenbom bei der Veranstaltung in Pattensen. Zu den drohenden klimatischen Einflüssen zählen unter anderem die Zunahme von Hitzeperioden und Starkregenereignissen mit eventuellen Überflutungen. Der Experte stellte dann auch eine Risikoanalyse vor. So litten unter der Hitzebelastung im Sommer nicht nur Bäume und Pflanzen, sondern ganz konkret auch die menschliche Gesundheit. Zudem bestehe unter anderem die Gefahr der Schädigung von Sportflächen durch die Trockenheit im Sommer und der Beeinträchtigung von Freiluftveranstaltungen durch Extremereignisse. „Unser künftiges Ziel sollte es sein, die Lebensqualität zu halten oder im besten Fall sogar noch zu verbessern und dabei den Klimaschutz immer mitzudenken“, sagte Spickenbom.
Doch welche Möglichkeiten gibt es, um dem Klimawandel zu begegnen? Hier waren unter anderem die Gäste gefragt, ihre Vorschläge zu unterbreiten. Das bei der Veranstaltung in Pattensen wohl am häufigsten auf den Stellwänden notierte Wort dazu lautete „Entsiegelung“. Damit ist das Aufbrechen von Asphalt- oder Betonflächen gemeint, um den Boden wieder wasser- und luftdurchlässig zu machen. Auch die zusätzliche Verschattung von Flächen, der grundsätzliche Verzicht auf Schottergärten sowie die Begrünung von Dächern und Fassaden wurden mehrfach genannt.
In beiden Informationsveranstaltungen sollen nach Angabe von Kautz jeweils rund 40 Besucherinnen und Besucher zu Gast gewesen sein, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, Fachleute sowie Bürgerinnen und Bürger. Diese Mischung ist Kautz wichtig. „Klimaanpassung geht nur gemeinsam“, sagte sie. Neben der fachlichen Arbeit ist es für Kautz deshalb auch besonders zentral, ein möglichst großes Interesse der Bürger an dem Thema zu wecken.
In Hemmingen kam dazu der Vorschlag, regelmäßig zu Klimaspaziergängen einzuladen. In Pattensen regte UWG-Ratsherr Arndt Brinkmann an, die Expertise zum Beispiel von lokalen Landwirten eng einzubeziehen. „Das steigert auch die Akzeptanz“, sagte er. Um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen, organisiert Kautz für den Sommer zudem Klimakinoabende in Hemmingen und Pattensen. „Das bietet die Möglichkeit, sich auf relativ einfach Weise zu informieren“, sagte sie.
Kautz will die Ergebnisse beider Abende jetzt gemeinsam mit Geo-Net und Koris zusammenfassen. Ihr Ziel ist es, mindestens ein konkretes Projekt noch vor Jahresende für beide Kommunen auf den Weg zu bringen. Darüber sollen die Ratsgremien in ihren Sitzungen im Oktober entscheiden. Die Präsentation des fertigen Klimakonzepts ist für den 17. November geplant.