Zeckenfunde melden
Citizen Science: Tierärztliche
Hochschule Hannover
und der NABU bitten um Unterstützung der Forschung

Zecke gefunden? Die Tierärztliche Hochschule Hannover und der NABU bitten darum, diese zu fotografieren und zu melden.Foto: Iris Schmidt / NABU
Region Hannover. Der Naturschutzbund (NABU) Deutschland ruft gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover dazu auf, Zeckenfunde zu melden und damit die Forschung zu unterstützen. Hintergrund ist die zunehmende Aktivität der Parasiten in den wärmeren Monaten.

Wer nach einem Aufenthalt im Freien eine Zecke entdeckt, kann diese fotografieren und über eine Online-Plattform melden. Ziel der Aktion ist es, mehr Daten über die Verbreitung verschiedener Zeckenarten in Deutschland zu sammeln. Dabei steht auch die Frage im Fokus, wie sich deren Ausbreitung im Zuge des Klimawandels verändert. Nach Angaben der Initiatoren sind Zecken inzwischen nicht mehr nur saisonal aktiv, sondern ganzjährig anzutreffen.

In Deutschland sind derzeit rund 20 Zeckenarten bekannt. Einige von ihnen können Krankheiten wie Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen. Zudem werden zunehmend Arten festgestellt, die ursprünglich in südlicheren Regionen Europas beheimatet sind. Dazu zählt auch die sogenannte Wiesenzecke, die insbesondere für Hunde gefährlich sein kann, da sie die teils tödlich verlaufende Babesiose überträgt.

Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollten der eigene Körper und das Haustier nach Zecken abgesucht werden. Vorhandene Zecken unbedingt zunächst entfernen und dann erst fotografieren. Für die wissenschaftliche Auswertung des Citizen-Science-Projekts sind möglichst genaue Angaben wichtig. Professor Christina Strube von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die seit Jahren an Zecken forscht, erklärt dazu: „Um die Ausbreitung zu beobachten, brauchen wir möglichst viele Beobachtungsdaten und Fotos. Die Fotos sind wichtig, da es nicht leicht ist, die Arten zu unterscheiden. Am besten sollten die Zecken von der Ober- und Unterseite fotografiert werden, damit wir sie identifizieren können.“ Außerdem soll mit den Daten geklärt werden, welche Tierarten von welchen Zeckenarten besonders oft befallen werden und welche Körperstellen am häufigsten betroffen sind.

„Wir möchten vor allem Menschen mit Hunden oder Katzen dazu aufrufen, an unserer Meldeaktion teilzunehmen. Detaillierte Angaben zu den Beobachtungen sind dabei von großer Bedeutung. Unser Meldeformular sollte daher vollständig ausgefüllt werden“, so Theresa Seidel, NABU-Expertin für Citizen Science.

Die gesammelten Daten sollen helfen, die Ausbreitung der Zecken besser nachzuvollziehen und Risiken für Mensch und Tier genauer einzuschätzen. RED

Zecken melden: nabu-naturgucker-beobachtungen.de/zecken

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