Sprinti kommt gut an
Umfrageergebnisse der Region Hannover zeigen,dass das On-Demand-Angebot soziale Teilhabe stärkt und mancherorts das Auto ersetzt

Der Service von sprinti wird unter anderem in Pattensen angeboten.Foto: Üstra/Arp
Region Hannover. Das On-Demand-Angebot „sprinti“ der Region Hannover, das unter anderem in Pattensen den Üstra-Linienverkehr ergänzt, wird von vielen Fahrgästen inzwischen als fester Bestandteil des öffentlichen Verkehrs wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Onlinebefragung des Deutschen Instituts für Urbanistik im Auftrag der Region Hannover. Daran beteiligten sich vom 5. Januar bis 3. Februar insgesamt 1.185 Personen aus allen sprinti-Gebieten.

Die Auswertung zeigt vor allem die Bedeutung des Angebots für bislang schwer erreichbare Wege. Rund 17 Prozent der Fahrten wären ohne sprinti gar nicht unternommen worden. Hauptgrund dafür sind fehlende Bus- oder Bahnverbindungen, die von 85 Prozent der Befragten genannt wurden, sowie große Entfernungen zu Haltestellen. Gleichzeitig ersetzt der Dienst häufig Fahrten mit dem eigenen Auto.

Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sieht darin eine Bestätigung der ursprünglichen Ziele: „Der Sprinti erreicht im Umland genau das, was wir uns erhofft hatten, als wir ihn an den Start gebracht haben. Wir bringen den Menschen alltagsnah und digital den ÖPNV vor die Tür und greifen damit positiv in ihre Alltagsleben ein – und das Ganze auch noch zu einem unschlagbaren Preis. Ich freue mich, dass das Angebot im Alltag angekommen ist und so gut angenommen wird.“

Als wichtigste Gründe für die Nutzung nannten die Befragten Umweltbewusstsein (92 Prozent), geringere Kosten (75 Prozent), den Wegfall der Parkplatzsuche (73 Prozent) und mehr Komfort (61 Prozent). Der Einfluss auf den Autobesitz ist ebenfalls spürbar: Etwa ein Viertel der Haushalte gab an, dass sprinti ihre Entscheidung für oder gegen ein Auto beeinflusst habe. Sechs Prozent verzichteten auf ein Fahrzeug, zehn Prozent auf einen Zweitwagen, weitere zehn Prozent denken darüber nach.

Auch im Alltag von Familien spielt das Angebot eine Rolle. In rund 65 Prozent der Haushalte mit Kindern wird sprinti genutzt, damit Jugendliche Wege selbstständig zurücklegen können. Franz erklärt dazu: „Der sprinti ersetzt so manches Elterntaxi. Das entlastet einerseits die Eltern und bringt ihnen Zeit, gleichzeitig stärkt es die Selbstständigkeit der jungen Menschen.“

Darüber hinaus erleichtert der Dienst vielen Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung in den Kommunen der Tarifzone C. Rund 31 Prozent der Befragten gaben an, Arzttermine ohne sprinti schwerer erreichen zu können. Besonders Menschen mit Mobilitätseinschränkungen profitieren laut Studie von dem Angebot.

Die Verbindung mit dem klassischen öffentlichen Nahverkehr funktioniert laut Umfrage vielfach gut: 41 Prozent kombinieren sprinti regelmäßig mit Bus oder Bahn. Für die Planung solcher Wege nutzen 72 Prozent die sprinti-App. Verbesserungsbedarf sehen einige Befragte jedoch bei der Zuverlässigkeit von Anschlüssen.

Fast 40 Prozent der Teilnehmenden haben in den vergangenen sechs Monaten Veränderungen beim Angebot bemerkt, die Mehrheit bewertet diese als Verbesserung. Für 59 Prozent führte dies zu einer häufigeren Nutzung.

Regionspräsident Steffen Krach betont die Bedeutung des Projekts für die Region: „Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es sich lohnt, im ÖPNV-Bereich auch mal die Extrameile zu gehen und besondere Ideen umzusetzen – und dabei auch die Menschen im Umland in den Fokus zu nehmen. Das ist bei allen Debatten um angespannte Haushaltslagen sehr gut investiertes Geld, weil es direkt bei den Menschen vor Ort ankommt. Mobilität ist in wichtiger Baustein für eine hohe Lebensqualität – der sprinti hilft dabei. “ RED

Mehr Infos zum Angebot „sprinti“ stehen online:

uestra.de/fahrplan/

flexible-angebote/sprinti/

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