Auch Bürgermeister Jan Dingeldey (CDU) ist froh, dass es endlich losgeht. Er erinnert sich noch daran, dass bereits in seiner Schulzeit vor rund 20 Jahren das Laufen auf den alten Sandbahnen schwierig gewesen sei. „Die Bahnen wurden seit dem Bau der Anlage in den Siebzigerjahren nicht erneuert“, sagte er. Die Stadt investiert eine Million Euro in die Modernisierung der Leichtathletikbereiche. Dabei wird aus der Sandbahn eine moderne Tartanbahn. Auch die Bereiche für Hochsprung und Weitsprung werden saniert. Eine finanzielle Förderung gibt es für das Projekt nicht. „Die Sportmilliarde kam für dieses Projekt etwas zu spät. Zudem ist auch nicht sicher, ob es dort aufgenommen worden wäre“, sagte Dingeldey. Weitere aktuelle Förderangebote seien nicht geeignet gewesen. „Die Kosten sind für unsere Stadt schon ein Kraftakt“, meinte der Bürgermeister.
Doch die Sanierung habe sich jetzt nicht mehr aufschieben lassen. Wenn die Witterung es zulässt, trainieren täglich mehrere Schülergruppen auf der Anlage. Zudem bietet die KGS als „Eliteschule des Sports“ in der Oberstufe auch regelmäßig Sport-Leistungskurse an.
Die Planung des Projekts hat für die Stadt der Garten- und Landschaftsarchitekt Dieter Grundmann übernommen. Er hätte mit der Sanierung gerne auch schon ein paar Tage früher begonnen. „Doch das ließ die Witterung nicht zu. Um den Kunststoffbelag zu trocknen, braucht es im optimalen Fall bis zu 15 Grad“, sagte er. Deshalb seien auch im März noch leichte Verzögerungen nicht auszuschließen. Das Projekt wird von einem archäologischen Team begleitet. Historische Funde seien in dem Areal durchaus möglich.
„Dann sollte es aber zügig vorangehen. Ich rechne damit, dass wir das Projekt im August abschließen können“, sagte Grundmann. Einschränkungen für den Straßenverkehr seien während der Bauphase nicht zu erwarten. Die Hohe Bünte und der Parkplatz stehen uneingeschränkt zur Verfügung. Schwierig werden die nächsten Monate wohl aber für den SC Hemmingen-Westerfeld. „Der Betrieb wird massiv eingeschränkt. Doch danach wird es gut“, sagte der Vorsitzende Gerd Gerlach. Er treibt das Projekt schon seit einigen Jahren voran.
Aktuell besteht die Leichtathletiksparte des Vereins hauptsächlich aus Kindern und Jugendlichen. „Erwachsene, die ihren Schwerpunkt auf die Leichtathletik legen, wechseln aufgrund unserer schlechten Anlage meist zu anderen Vereinen“, sagte er. So hofft Gerlach nach der Sanierung dann auch auf neue Mitglieder. Zudem legen jährlich 120 bis 130 Bürgerinnen und Bürger ihr Sportabzeichen auf der Anlage ab.
Weiterhin verspricht sich Gerlach eine Reduzierung der Pflege der Anlage, für die sein Verein zuständig ist. „Damit können wir Kosten sparen“, sagte er. Für die Sanierung müssen auch Teile der Tribüne und des Fußballfelds gesperrt werden. „Die Fußballsparte hat alle Spiele, die es zulassen, an andere Orte verlegt. Die Spiele, die hier ausgetragen werden müssen, richten wir auf dem angrenzenden Kunstrasenplatz aus“, sagte Gerlach.