Seit Aufstellen des Biberwarnschildes gab es keine Unfälle mehr
Andere Landkreise zeigen Interesse an Niedersachsens erstem offiziellen Verkehrszeichen seiner Art

Biberschild an der Kreisstraße zwischen Wilkenburg und Harkenbleck.Foto: Torsten Lippelt
Hemmingen. Seit mehr als einem halben Jahr steht nun das Biber-Warnschild in Hemmingen. Es ist das erste offizielle zudem in Niedersachsen. An der Alten Dorfstraße kurz vor dem Ortseingang von Wilkenburg, wurde es am 1. Juli 2025 aufgestellt.

Auf Anfrage zieht die Region Hannover ein erstes Fazit. „Die Bilanz ist bisher sehr positiv. Seitdem die Warnschilder aufgestellt wurden, ist uns kein überfahrener Biber mehr gemeldet worden“, erläutert Sprecher Philipp Westphal.

In den zwei Jahren zuvor waren dort auf einem rund 300 Meter langen Abschnitt zwischen dem Ortsschild und der Kurve nach Harkenbleck etwa zehn Biber durch Autoverkehr zu Tode gekommen, zuletzt Anfang März und Ende Mai 2025. Im Juli wurden deshalb auf Initiative der Region Hannover in beide Fahrtrichtungen die Biberwarnschilder aufgestellt. Neben einem stilisierten Biber steht dort als Text: „Biberwechsel 19–7 Uhr“. Offenbar haben die Verkehrsteilnehmenden ihr Fahrverhalten in diesem Bereich für eventuell notwendige Ausweichsituationen angepasst. Das sogenannte Monitoring ist auf insgesamt drei Jahre angelegt.

Was die Region in diesem Zusammenhang ebenso freut: Es gibt ein Interesse am Warnschild über die Regionsgrenzen hinaus. Das vom Fachbereich Verkehr der Region Hannover gemeinsam mit dem zuständigen Niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium entwickelte Schild – die Straßenverkehrsordnung kennt kein spezielles Biber-Warnschild – wurde nun vom Niedersächsischen Umweltministerium in das kürzlich veröffentlichte „Handlungskonzept Biber“ übernommen. Zudem gibt es bereits Anfragen aus anderen Landkreisen.

Das Schild lag nicht fertig im Regal. Die Straßenverkehrsordnung kannte bisher kein spezielles Biber-Warnschild. Ein Schild kostet einschließlich Betonsockel und Material zur Befestigung etwa 170 Euro.

Im April 2025 hatten von Hand gefertigte Warnschilder von einem oder mehreren Unbekannten am südlichen Ortsende von Wilkenburg zunächst Rätsel aufgegeben. „Vorsicht Biber!“, warnten sie an der Alten Dorfstraße. Dann stellte sich heraus, dass der Anlass für die Schilder ein trauriger war. Genau dort, wo die handgemalten Schilder standen, war ein etwa 35 Kilogramm schwerer Biber überfahren worden. Die Straßenmeisterei Ronnenberg der Region Hannover hatte die Schilder schließlich entfernt.

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