Schloss Marienburg als Serien-Erfolg
„Maxton Hall“-Drehort soll wieder für Besucher zugänglich werden – Doch darüber entscheiden Behörden

Besucheransturm: Als die Marienburg im November ihre Tore öffnete, kamen so viele Menschen, dass weitere geplante Öffnungen an den Adventswochenenden abgesagt wurden.Foto (Archiv): Nancy Heusel
Pattensen. Die Teenager-Serie feiert weltweit Erfolge: Im November veröffentlichte Amazon Prime die zweite Staffel von „Maxton Hall“, die dritte wurde im vergangenen Jahr auf Schloss Marienburg gedreht, dem historischen Welfenschloss in Pattensen.

Ernst August Erbprinz von Hannover, dessen Familie das Schloss um 1860 erbaute, sieht das mit Wohlwollen: „Ich habe mich sehr über den Dreh der Serie ‚Maxton Hall‘ auf der Marienburg gefreut“, sagt der 42-Jährige, der selbst einst in der Schlosskapelle getauft wurde.

Von „Maxton Hall“ erhofft er sich auch positive Effekte für die Marienburg: „Ich finde es wunderbar, dass das Schloss weitere internationale Aufmerksamkeit erfährt“, sagt Ernst August.

Dahinter stecken auch wirtschaftliche Interessen. Die Stiftung Schloss Marienburg ist chronisch klamm. Im vergangenen Jahr verkaufte sie Gemälde für 540.000 Euro an das Landesmuseum Hannover. Und 2024 griff Ernst August von Hannover ihr mit einem Darlehen unter die Arme – „kurzfristig und unkompliziert“, wie er selbst sagte.

Nach Informationen unserer Redaktion unterstützte er die Stiftung mit mehr als 300.000 Euro. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, das kulturelle Erbe meiner Familie dauerhaft zu erhalten“, erklärte der Welfenspross damals.

Er selbst war lange alleiniger Hausherr der Burg, die sein Urururgroßvater, Hannovers letzter König Georg V., einst für seine Frau Marie errichten ließ. Dann überführte der Erbprinz das im Unterhalt kostspielige Gebäude 2019 in die Stiftung, in der Niedersachsens Kulturministerium den Ton angibt. Er selbst ist jedoch Vorsitzender des Stiftungsrats.

Derzeit wird die Marienburg saniert, für Besucherinnen und Besucher ist sie seit Monaten geschlossen – und erwirtschaftet folglich kaum Einnahmen. Als sie im November für ein Wochenende ausnahmsweise öffnete, war der Ansturm so groß, dass weitere Termine abgesagt werden mussten.

Doch es gibt neue Pläne. Von Ende Mai an sollen bestimmte Bereiche des Schlosses, das derzeit im großen Stil saniert wird, an Wochenenden für Besucher zu besichtigen sein.

Die Stiftung Schloss Marienburg plant die erste Öffnung für die Pfingsttage (23. bis 25. Mai), wenn auf der Burg das Fantasyfestival Annotopia über die Bühne geht. Wie in früheren Jahren werden sich dabei vor allem vor den Außenmauern des Schlosses aufwendig kostümierte Fantasiegestalten tummeln. Stiftungsvorstand Mario Mathias Ohle will jedoch parallel dazu auch Führungen mit begrenzten Personenzahlen durch bestimmte Räume des Schlosses anbieten.

Er plant Rundgänge, die unter anderem durch Süd- und Westflügel führen sollen. Dort sind der Rittersaal, in dem viele „Maxton Hall“-Szenen gedreht wurden, sowie die sogenannte Bibliothek der Königin und der pittoreske Prinzessinnengang zu sehen. Allerdings müsste zunächst die Region Hannover als zuständige Baubehörde die Öffnung der eigentlich gesperrten Schlossräume genehmigen.

„Wir würden sicherstellen, dass sich im Innenhof maximal 200 Menschen aufhalten und jede Führung auf 40 Personen begrenzt ist“, sagt Ohle. Auf behördliches Betreiben sind die wichtigsten Räume des sanierungsbedürftigen Schlosses seit mehr als zwei Jahren gesperrt. Für die „Maxton Hall“-Dreharbeiten waren nach Einbau einiger Stützkonstruktionen Ausnahmegenehmigungen erteilt worden.

„Wir setzen alles daran, Schloss Marienburg möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen“, verspricht Stiftungsvorstand Ohle. Wer Pfingsten oder an den Wochenenden danach das Schloss besichtigen will, muss sich allerdings vorab online ein Ticket besorgen. So soll ein übergroßer Ansturm vermieden werden. Zudem ist geplant, neben dem öffentlichen Busverkehr am Fuße des Marienberges zusätzliche Parkplätze und einen Shuttleservice einzurichten. Preise für Eintrittskarten stehen noch nicht fest, auch einen Starttermin für den Ticketverkauf gibt es bislang noch nicht.

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