Ebbe bei den Mitgliedern: Der Leine-Bühne in Hemmingen droht das Aus
Regisseur Matthias Schiller will sich nach 20 Jahren zur Ruhe setzen.
Aber noch wird gespielt – für die kommende Kriminalkomödie gibt es noch Karten.

Verstärkung erwünscht: Matthias Schiller (vierter von links, vordere Reihe) und die Mitglieder der Leine-Bühne.Leine Bühne
Hemmingen. Seit 20 Jahren sorgt die Leine-Bühne Hemmingen nahezu immer für ausverkaufte Vorstellungen im Jugend-Kultur-Haus in Hemmingen-Westerfeld. Doch jetzt ist es Zeit für einen Generationenwechsel. Regisseur Matthias Schiller macht deutlich, dass das Ende des Vereins bevorsteht, wenn keine neuen Mitglieder für die verschiedenen Aufgaben bei der Inszenierung eines Stücks gefunden werden. Der 70-Jährige will sich auch von seinem Amt zurückziehen. Er hat die Theaterstücke der Leine-Bühne von Beginn an inszeniert und ist Vorsitzender des dazugehörigen Vereins.

„Von Sommer bis zu unseren Aufführungen im Februar bin ich nahezu komplett mit der Inszenierung des Stücks beschäftigt. Doch als Rentner möchte ich jetzt gerne noch ein wenig mehr Zeit für Familie und Urlaub haben“, sagt Schiller. Doch was genau sind eigentlich die Aufgaben eines Regisseurs? Für Schiller beginnt es damit, dass er das passende Stück aussucht und schaut, wer überhaupt auf der Bühne stehen will. „Das sind mal mehr Leute und mal weniger“, sagt er. Für die kommende Aufführung im Februar meldeten sich zum Beispiel nur vier Freiwillige. Die Leine-Bühne hat deshalb noch zwei Schauspielende vom Theater Vinolentia in Hannover ausgeliehen.

Anschließend wird das Stück mehrfach gelesen. „Wir arbeiten die entsprechenden Kernsätze heraus, um überhaupt zu verstehen, was das Stück aussagen will“, sagt Schiller. Dann machen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler mit dem Stück vertraut und lernen ihre Texte. Als Regisseur muss er jede Kleinigkeit im Blick haben. So achtet er zum Beispiel darauf, wie sich die Schauspielenden auf der Bühne bewegen und auch, wohin sie jeweils blicken.

Ebenso ist es Schillers Aufgabe, für eine gute Atmosphäre zu sorgen. „Ich bringe Kritik an, wenn sie nötig ist. Doch ich lobe auch, denn schließlich sollen alle Spaß an der Sache haben“, sagt der 70-Jährige. Nicht zuletzt sorgt er noch für die passenden Kostüme und die Bühnengestaltung.

„Diese Aufgaben kann ein Regisseur auch abgeben. Doch die letzte Kontrolle sollte immer bei ihm liegen“, sagt Schiller. Er weist darauf hin, dass auch noch neue Mitglieder für zahlreiche andere Posten gesucht werden, wie Schauspielende, Regieassistenz, Soufflage, Requisite, Kostüme, Näharbeiten, Maske, Bühnenbau, Öffentlichkeitsarbeit, Buchführung, Organisation und Catering.

Der 70-Jährige möchte den Verein gerne geordnet hinterlassen. Er wird deshalb für die nächsten zwei Jahre noch Vorsitzender bleiben. „Wenn wir keinen Regisseur und weitere Freiwillige für die anderen Aufgaben finden, müssen wir die Gruppe letztlich auflösen. Ich möchte den Verein nicht übertragen, wenn nur noch die Aufgabe besteht, die Abwicklung beim Notar anzumelden“, sagt Schiller. Interessenten melden sich beim Verein per Mail an kontakt@leine-buehne.de oder telefonisch unter (0511) 414143.

Jetzt freut sich Schiller mit seinem Team aber erst mal auf die kommende Aufführung des Stücks „Die Elstern“ von Gaspard Cabot. Die schwarzhumorige Kriminalkomödie spielt in einem Haus in London, das von älteren Damen bewohnt wird. Doch plötzlich geschieht ein Mord, und ein auf den ersten Blick wenig kompetenter Detektiv übernimmt die Ermittlungen. „Der Twist am Ende lohnt sich“, sagt Schiller.

Drei der sechs geplanten Aufführungen im Februar im Jugend-Kultur-Haus sind bereits ausverkauft. Karten gibt es noch für die Vorstellungen jeweils freitags, 13. und 20. Februar, und für Sonnabend, 14. Februar. Der Eintritt kostet 13 Euro. Karten können im Internet auf der Seite leine-buehne.de reserviert werden.



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