Neuer Bachlauf für Arnumer Landwehr
Weil Biber und Nutria die Dämme durchlöchern: Gewässer musste verlegt werden

Umleitung zwischen Arnum und Harkenbleck: Nach dem symbolischen Spatenstich von Eckehardt Baumgarte und Jan Dingeldey sowie etwas Löffelbaggerunterstützung nimmt die Arnumer Landwehr ihr neues Bachbett in Beschlag.Fotos (4): Torsten Lippelt
Hemmingen. Erstmals in Hemmingen wurde ein Bach wegen Aktivitäten von Biber und Nutria verlegt. Die Arnumer Landwehr zwischen Arnum und Harkenbleck nimmt seit Freitagvormittag einen anderen Weg. Sie verläuft nun über ein rund 200 Meter neues Bachbett.

Der Damm zwischen dem bisherigen Bachlauf und dem angrenzenden Campe-Kiesteich wurde bisher regelmäßig von Biber und Nutria mit Gängen und Hohlräumen durchlöchert. Da sich die Wasserspiegellagen zwischen der Arnumer Landwehr und dem nahen Kiesteich um mehrere Dezimeter unterscheiden, fließt bei Dammdurchbrüchen immer wieder Wasser aus dem Fließgewässer unerwünscht in den Teich.

Nachdem bereits seit 2010 Untersuchungen und Vorplanungen angestellt wurden, um die Situation zu entschärfen, beschloss die Stadt Hemmingen im Dezember 2023, die Arnumer Landwehr zu verlegen. Damit verbunden war eine Vereinbarung mit dem Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine (GLV 52). Dieser ist für die Unterhaltung der Arnumer Landwehr zuständig.

Nach einer Flurbereinigung waren die notwendigen Flächen im Eigentum der Stadt. Die Erdarbeiten wurden ausgeschrieben und konnten im Dezember 2025 beginnen. Mit einem symbolischen Spatenstich haben Bürgermeister Jan Dingeldey (CDU) und Verbandsvorsteher Eckehardt Baumgarte das neue Bachbett eröffnet. Die Kosten liegen wie geplant bei etwa 159.000 Euro. Melanie Bruns, Geschäftsführerin und Verbandsingenieurin des GLV 52, erläutert: „Der alte Bachlauf wird im Projektbereich mit entnommenem Erdreich für das neue Bachbett verfüllt. Damit verbreitert sich der Damm wie gewünscht dort ebenso, wie er südlich des Projektbereiches, beim Zusammentreffen des alten und neuen Bachbettes, mit weiterem Bodenmaterial verbreitert wurde.“ Die zahlreichen Verschwenkungen des Bachbettes mitsamt Sandfängen und Baumstammteilen sowie Kiesflächen und Verengungen tragen dazu bei, die Fließgeschwindigkeit der Landwehr zu erhöhen und sie ökologisch aufzuwerten.

Durch die Schaffung von Geländesenken und artenreicher Vegetation sollen die Lebensbedingungen für die Tierwelt verbessert werden. Außerdem soll die Verweildauer von Wasser im Gelände durch Vernässung, Versickerung und Verdunstung erhöht werden. Auf einem kleinen, westlich gelegenen vernässten Areal wird zudem ein Auwald mit Weiden angelegt. Das gesamte Areal soll mit einem noch zu errichtenden Zaun gegen unerwünschtes Betreten geschützt werden.





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