Alte Weihnachtsmarktbude wird zum neuen Tauschschrank
Die Stadt Hemmingen stellt erstmals einen Tauschschrank auf –
eine Idee des Jugendparlaments. Jetzt steht auch der Standort fest.

Neben dem Parklet an der Eisdiele in Arnum soll der Tauschschrank aufgestellt werden.Foto (Archiv): Torsten Lippelt
Hemmingen. Vom alten Buch bis zu hochwertiger Technik: Bürgerinnen und Bürger in Hemmingen können nicht mehr benötigte Gegenstände aus ihrem Haushalt bald in einem Tauschschrank zur weiteren Verwendung anbieten. „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Der Schrank wird jetzt zeitnah neben dem Parklet an der Eisdiele in Arnum aufgestellt“, teilt Jugendbürgermeister Ole Intemann mit. Der Tauschschrank steht dann an der Sackgasse an der alten Wilkenburger Straße, die in Höhe des Klapperweges von der Wilkenburger Straße abzweigt. 2024 war das Projekt der erste offizielle Antrag des damals gerade gewählten Jugendparlaments.

Als Schrank wird eine ausgemusterte Bude vom Weihnachtsmarkt dienen, die der Betriebshof noch passend gestaltet und dann aufstellt. Die Kosten für einen eventuellen Kauf entfallen damit. Der Tauschschrank steht allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Speziell soll damit aber Kindern aus ärmlichen Verhältnissen geholfen werden. In Hemmingen wächst laut Statistik jedes zehnte Kind in Armut auf. Das seien zwei Kinder pro Schulklasse, macht das Jugendparlament deutlich.

In den Schrank können im Grunde alle Gegenstände hineingelegt werden, die nicht kaputt sind. „Es soll kein Müll dort entsorgt werden“, sagt Intemann. Kleidung sei aus hygienischen Gründen ausgenommen. Die Betreuung des Schranks soll ein ehrenamtliches Team aus mindestens sieben Personen übernehmen. Ein paar Freiwillige haben sich schon gemeldet, unter anderem zwei Mitglieder des Jugendparlaments. „Doch wir brauchen noch ein paar mehr“, sagt Intemann. Wer das Projekt entsprechend unterstützen möchte, der kann sich per E-Mail an jugendparlament@stadthemmingen.de melden. Aufgabe des Teams wird es unter anderem sein, den Schrank einmal pro Tag zu kontrollieren und zum Beispiel zu prüfen, ob dort doch Müll entsorgt wurde oder ob er beschädigt ist.

Intemann hält den ausgesuchten Standort aufgrund seiner zentralen Lage für ideal. Ein Problem gibt es allerdings: Wenn voraussichtlich Mitte dieses Jahres die Arbeiten zum Umbau der alten B3 in Arnum beginnen, muss der Schrank wieder abgebaut werden. „Wir sehen die Zeit als Pilotprojekt. Wenn der Schrank angenommen wird, stellen wir ihn temporär an anderer Stelle auf und anschließend wieder an den alten Ort“, sagt Intemann. Vom ersten Antrag bis zur Umsetzung sind rund anderthalb Jahre vergangen. „Ich bin mit dem Ergebnis jetzt sehr zufrieden. Doch der Prozess war auch eine Lehrstunde über bürokratische Abläufe innerhalb einer Verwaltung“, sagt der Jugendbürgermeister.

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