Blicke auf Mutter Erde
Doppelausstellung in der GlowArt Gallery: Arbeiten von Sara Schubert und Fabian Rietschel

Sara Schubert präsentiert ihre Ausstellung „Wurzel der Hoffnung“.Foto: GlowArt Gallery
Laatzen. Mit der Doppelausstellung „Erde – unser Zuhause“ lädt die GlowArt Gallery im Leine Center Laatzen im Januar dazu ein, sich mit der Erde als Lebensraum und persönlichem Bezugspunkt auseinanderzusetzen. Gezeigt werden Arbeiten von Sara Schubert und Fabian Rietschel, die sich dem Thema mit unterschiedlichen Bildsprachen nähern. Beide Kunstschaffenden beschäftigen sich mit der Frage, was die Erde für den Menschen bedeutet – als Naturraum, als Zuhause und als etwas, das geschützt werden muss.

Sara Schubert zeigt unter dem Titel „Wurzel der Hoffnung“ eine Serie, die sich mit der Natur und ihrem zunehmend fragilen Zustand befasst. In ihren Bildern verbindet sie freie, abstrakte Farbflächen mit genau gemalten Pflanzen- und Tiermotiven. Auf den ersten Blick wirken viele Arbeiten ruhig und harmonisch. Bei näherem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass es um Spannungen geht – um das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Zerstörung, zwischen Hoffnung und Verlust.

Auffällig ist die Arbeitsweise mit einzelnen Bildteilen. Mehrere kleine Leinwände ergeben gemeinsam ein größeres Motiv, bleiben dabei aber sichtbar getrennt. Diese Unterbrechungen stehen sinnbildlich für zerstörte Lebensräume und für Prozesse, die nicht mehr reibungslos funktionieren. Ein bewusst schwarz-weiß gehaltenes Bildfragment hebt sich deutlich von den übrigen Arbeiten ab und erinnert daran, dass manches bereits verloren ist oder kurz davorsteht zu verschwinden.

Schubert arbeitet häufig mit starken Oberflächen und spürbaren Strukturen. Die Bilder wirken dadurch körperlich und nahbar. Hoffnung spielt in ihrer Arbeit eine wichtige Rolle, wird aber nicht beschönigt dargestellt. Sie versteht Hoffnung als bewusste Entscheidung, sich mit der Realität auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Fabian Rietschel nähert sich dem Thema Erde aus einer psychologischen Perspektive. Der in Dresden geborene und in Hannover lebende Künstler begann seine Laufbahn mit Graffiti und hat daraus eine eigenständige Malerei entwickelt. In seinen Arbeiten geht es weniger um konkrete Orte, sondern um Gefühle wie Zugehörigkeit, Heimat und innere Ruhe.

Rietschels Bilder zeigen häufig Gesichter oder Figuren, manchmal auch Landschaften. Diese Motive wirken ruhig, nachdenklich und offen für eigene Interpretationen. Die dargestellten Orte sind keine realen Landschaften, sondern Stimmungsräume. Die Erde erscheint hier als etwas, mit dem man emotional verbunden ist – als Ort, den man fühlt, nicht nur sieht.

Gearbeitet wird überwiegend mit Acryl auf Leinwand. Die Bilder entstehen schrittweise in mehreren Farbschichten. Dieser Aufbau verleiht den Arbeiten Tiefe, ohne kompliziert zu wirken. Rietschels Werke laden dazu ein, stehenzubleiben und sich Zeit zu nehmen, ohne dabei Vorwissen zu verlangen.

Im Zusammenspiel entsteht eine Ausstellung, die unterschiedliche Zugänge erlaubt. Während Sara Schubert den Blick stärker auf ökologische Fragen und den Zustand der Natur lenkt, beschäftigt sich Fabian Rietschel mit dem persönlichen Verhältnis zur Erde. Beide Perspektiven ergänzen sich und machen deutlich, dass das Thema viele Ebenen hat.Die Ausstellung findet bewusst in einem belebten Umfeld statt. Die GlowArt Gallery im Leine Center Laatzen macht Kunst auch für Menschen zugänglich, die nicht gezielt eine Galerie besuchen. So wird Kunst Teil des Alltags und lädt zum spontanen Entdecken ein.Die Teilnahme an der Vernissage am Sonnabend, 10. Januar, ab 16 Uh r, ist nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail an info@glowart-gallery.com möglich. Vom 13. bis 31. Januar kann die Ausstellung ohne Anmeldung besucht werden. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr . RED
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