„Im vergangenen Jahr mussten wir mit großer Sorge die Auswirkungen der Vogelgrippe beobachten“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Auch wenn uns das Thema weiterhin beschäftigt und wir es aufmerksam im Blick behalten, bietet die Stunde der Wintervögel einen willkommenen Anlass, den Fokus auf unsere heimischen Gartenvögel zu richten, die von der Vogelgrippe bislang weitgehend verschont geblieben sind. Ihre Beobachtung schenkt vielen Menschen gerade in der Winterzeit besondere Naturmomente und neue Zuversicht.“
Das winterliche Wetter sorgt aktuell für ideale Bedingungen zur Vogelbeobachtung: Durch Schnee und Frost ist es für viele Vögel schwieriger geworden, in der Natur Futter zu finden. Dafür suchen sie vermehrt Futterstellen auf und lassen sich dort besonders gut beobachten.
„Gerade jetzt, wenn der Boden gefroren ist, nehmen Meise, Amsel und Co. das angebotene Futter gerne an“, so Neffati. „Wer artgerecht füttern möchte, sollte auf hochwertige Körner- und Fettfutter setzen. Am besten in Bioqualität. Und bitte auf Plastiknetze verzichten, sie sind für Vögel gefährlich und belasten die Umwelt.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, was die Qualität der Meisenknödel betrifft, kann sie auch ganz einfach aus Körnermischungen und Rindertalg oder Kokosfett selbst herstellen. Dazu bietet der NABU Anleitungen auf seiner Website an.
Wer sich lieber im Warmen aufhält, kann die Stunde auch bequem vom Wohnzimmerfenster aus verbringen. „Die Stunde der Wintervögel ist nicht nur ein schönes Naturerlebnis, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Forschung“, so Neffati weiter. „Jede einzelne Meldung hilft uns, Entwicklungen bei unseren Wintervögeln besser zu verstehen.“
Hintergrund: Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum 16. Mal statt. Die Zählung liefert wertvolle Daten, um die Trends bei der Bestandentwicklung der Arten im Siedlungsraum zu verfolgen. Im vergangenen Jahr haben rund 122.000 Menschen mitgezählt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von jeder Art wird die höchste Anzahl Vögel notiert, die während der Stunde gleichzeitig gesichtet wurde. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de und mit der App „NABU Vogelwelt“ bis zum 19. Januar gemeldet werden.
Die NAJU lädt mit der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar alle Kinder ein, die heimischen Wintervögel spielerisch kennenzulernen, zu beobachten und zu zählen. Alle Infos unter www.naju.de/sdw.
Mehr Infos zur Aktion, Artenporträts, Fütterungstipps und dem E-Learning-Tool „Vogeltrainer“ online auf:
www.stundederwintervoegel.de