Ritthaler fährt fast jede Woche aus Hemmingen-Wilkenburg in die Filiale an der Robert-Koch-Straße, um dort Pakete abzugeben oder seine Bankgeschäfte zu erledigen. Seit einigen Wochen klappt das aber nicht mehr zuverlässig. Sonnabends sei die Filiale zuletzt gar nicht mehr geöffnet gewesen.
Das haben auch andere Kunden bemerkt: „Ich stand in den letzten Wochen schon dreimal zu den regulären Geschäftszeiten vor verschlossener Tür“, ärgert sich der Grasdorfer Konrad Pfeifer. „Und ich war nicht der Einzige.“ Er kenne Kunden, die sogar aus Hildesheim nach Laatzen-Mitte gekommen und verärgert wieder abgezogen seien.
„Es ist nicht erträglich, dass die Filiale zu den ganz normalen Geschäftszeiten geschlossen ist“, findet Pfeifer. Einen Aushang mit weiteren Informationen habe er nicht entdeckt. In sozialen Netzwerken berichten Nutzerinnen und Nutzer Ähnliches. „Ich stand jetzt dreimal vor verschlossener Tür“, schreibt etwa eine Kundin auf Facebook.
Wenn die Filiale geöffnet ist, bildeten sich lange Warteschlangen, manchmal bis weit vor der Eingangstür. „Ich habe kürzlich 30 Minuten am Schalter angestanden. Als ich wieder herauskam, war die Schlange sogar noch länger“, ärgert sich Pfeifer.
Die Postbank bestätigt, dass die Öffnungszeiten in der Robert-Koch-Straße temporär verkürzt wurden. „Tatsächlich haben wir in der Filiale ebenso wie im Marktgebiet seit Mitte Februar mit Personalausfällen zu kämpfen“, sagt ein Unternehmenssprecher. Grund seien unter anderem längere Erkrankungen, die man nicht durch Vertretungskräfte auffangen könne. „Die verbliebenen Mitarbeitenden versuchen nach Kräften, den Betrieb zumindest eingeschränkt aufrechtzuerhalten.“ Deshalb sei die Filiale unter der Woche zurzeit nur halbtags geöffnet.Eine generelle Änderung sei allerdings nicht geplant, versichert der Sprecher. „In den kommenden beiden Wochen können wir die Filiale in Laatzen aber weiterhin nur eingeschränkt öffnen. Danach sollte sich die Situation durch rückkehrende Mitarbeitende verbessern.“
Kundinnen und Kunden könnten sich vor einem Besuch im Internet unter www.postbank.de/filialen über die aktuellen Öffnungszeiten informieren. Zurzeit sei die Filiale montags bis mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 8.45 bis 13 Uhr geöffnet. Um die Wartezeiten zu verbessern, sei die Postbank mit DHL im Gespräch. Aktuell werde ein Großteil der Pakete, die nicht zugestellt werden können, bei anderen Partnern in der Umgebung zur Abholung bereitgestellt. Wer ausschließlich Postdienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, finde in der näheren Umgebung Alternativen – zum Beispiel im Kiosk 67 an der Lange Weihe 67a und bei Hannovertextil an der Ahornstraße 9.
Den Schilderungen, dass die Kundinnen und Kunden über die geänderten Öffnungszeiten vor Ort nicht informiert würden, widerspricht der Sprecher. „Wir geben die reduzierten Öffnungszeiten durch Aushänge in der Filiale und über unseren Filialfinder im Internet möglichst transparent bekannt.“ Das Problem dabei: Die Hinweise haben die Mitarbeitenden offenbar im Vorraum aufgehängt – und der ist von außen nicht einsehbar. An der Eingangstür waren beispielsweise am vergangenen Freitag weiterhin die alten Öffnungszeiten angegeben.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Postbank die Öffnungszeiten der Filiale in Laatzen-Mitte reduziert hat: Im März 2024 klagten Kundinnen und Kunden über ähnliche Probleme.
Der Verweis auf Kioske in der Nähe greift für Pfeifer indes zu kurz. „Laatzen hat die Größe einer Mittelstadt. Und hier ist die einzige Filiale im größeren Umkreis, in der man seine Bankgeschäfte erledigen oder Geld abheben kann, wenn man nicht den Automaten bemüht“, sagt der 85-Jährige. Die Öffnungszeiten müssten „entsprechend der Anforderungen einer Mittelstadt“ eingehalten werden, findet er.
Dies sei schon deshalb wichtig, weil insbesondere ältere Menschen ihre Bankgeschäfte nicht immer online erledigen könnten. Die nächstgelegenen Postbank-Filialen befinden sich in Hannover: am Kronsberg, in der Ernst-August-Galerie und in Linden.
Erschwerend komme hinzu, dass die Deutsche Post auch Briefe nicht mehr regelmäßig zustelle. Er habe am vergangenen Mittwoch 20 Postsendungen an einem Tag erhalten, berichtet Pfeiffer, „an den Tagen davor gar keine“.