Dabei leisten ehrenamtlich Aktive Seniorinnen und Senioren in Hemmingen Gesellschaft. Das Angebot richtet sich primär an diejenigen, die mobil eingeschränkt sind, allein leben oder nur wenig oder gar keine familiären, freundschaftlichen oder nachbarschaftlichen Kontakte haben. In der Besuchszeit spielen die älteren und jungen Menschen zusammen teils Karten- oder Brettspiele, klönen oder füllen gemeinsam amtliche Formulare aus.
„Hauswirtschaftliche und pflegerische Tätigkeiten werden bei den Besuchen jedoch nicht übernommen“, sagt Britta Hoge vom DRK-Ortsvereinsvorstand. Der Kontakt zu Menschen sei ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. „Niemand ist gerne allein. Der Austausch mit einem Menschen, dem man vertraut, ist durch nichts zu ersetzen“, sagt sie weiter. Wenn der Bekanntenkreis jedoch klein ist oder die Verwandten weit weg wohnen, biete das DRK mit dem Besuchsdienst eine Möglichkeit der Verbesserung der Lage.Zielgruppe bei den Besuchenden sind Menschen ab dem 60. Lebensjahr. In der Regel finden die kostenlosen Besuche wöchentlich für ein bis eineinhalb Stunden – mindestens jedoch zweimal im Monat – in den Privatwohnungen der Senioren oder in den Senioreneinrichtungen statt.
Bei Lieder ist es nun die Zehntklässlerin Helene, die mit der Seniorin regelmäßig an der frischen Luft ist. „Ich genieße das Spazierengehen. Aber ich traue mich nicht mehr, beispielsweise allein in einem Waldgebiet unterwegs zu sein“, sagt die Seniorin aus Hemmingen-Westerfeld. Wechselweise kommt mit der 15-jährigen Luisa ebenso eine weitere KGS-Schülerin als Teil des Besuchsdienstes zu ihr. Mit dieser spielt sie dann vor allem Würfelspiele. „Aber Schach wäre auch schön“, sagt Lieder.
„Wenn die eigenen Großeltern verstorben sind oder weiter weg wohnen, kann man so viel Kontakt mit Älteren haben, wenn man dies möchte“, sagt Helene. „Ich höre auch gerne Geschichten, wie es früher in Hemmingen war“, begründet Helene, die auch im Jugendparlament der Stadt aktiv ist, ihren Einsatz.
Zustande gekommen ist der Kontakt über eine schulische Arbeitsgemeinschaft zum Thema soziales Engagement und die Suche von Hoge nach weiteren Helfenden beim Projekt. „Wir haben dazu auch Kontakt mit dem Jugendparlament aufgenommen“, sagt Hoge. Der Besuchsdienst richte sich jedoch nicht nur an Jugendliche, sondern auch an ältere Erwachsene. „Man sollte zuverlässig sein, Geduld und Verständnis mitbringen und sich in die Lebenssituation von anderen Menschen einfühlen können“, sagt Hoge. Als Gegenleistung gibt es neben einem dankbaren Lächeln eine monatliche Aufwandsentschädigung, um alle im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit entstehenden Auslagen abzudecken.
Das DRK unterstützt das ehrenamtliche Engagement. Beim Erstkontakt mit dem Besuchspartner ist eine Begleitperson des DRK mit dabei. Alle zwei Monate gibt es Treffen der Aktiven, bei denen Probleme und Fragen besprochen werden können. Auch kostenfreie Fortbildungen sind möglich. Interessierte können sich an Britta Hoge unter Telefon (0511) 7608313 wenden.