Nachdem seine Frau gestorben war, fand Dietrich Herrnleben vor etwa 13 Jahren im Skatclub Hemmingen einen neuen wichtigen Inhalt für sein Leben. „Das sind alles nette Leute hier“, schwärmt er. „Es ist mir immer eine Freude, mich jede Woche mit ihnen zum Skatspielen zu treffen und zu unterhalten.“ Herrnleben fügt hinzu: „Und beim Skat musst du nachdenken.“ Spielbeobachter, sogenannte Kiebitze, seien daher nicht so sein Fall. „Dann gibt es zu viel Gerede.“ Im Schnitt zwischen zehn und 25 Skatfreunde, darunter auch vier Frauen, zählt der im Mai 1979 gegründete Skatclub. Gebildet hatte er sich einst aus einer zeitweise bis zu 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen großen Hemminger Volkshochschul-Skatgruppe.
36 Spiele laufen an diesem Skatabend des Clubs, bevor schließlich alle zufrieden nach Hause gehen – und sich schon auf den Donnerstag der kommenden Woche freuen. Der Hiddestorfer Hermann Fösten erläutert: „Deshalb hält jedes Skatblatt auch nur etwa drei bis vier Spieltage. Dann ist es schon beim Kartengeben viel zu verklebt und muss ersetzt werden.“ Clubchef Sascha Brink fügt hinzu: „Bei uns wird aber nicht nur einfach Skat gespielt, sondern über das Jahr verteilt auch zu besonderen Terminen gemeinsam mit unseren Frauen und Partnern bei leckerem Essen gefeiert.“ Der gerade erst in der Jahresversammlung Ende Januar wiedergewählte Vorsitzende war am letzten Skatabend des vergangenen Jahres nach 16 Jahren erstmals als Vereinsmeister abgelöst worden – von seinem Stellvertreter im Vorstand, Martin Pandera. Mitglied Christoph Thiele betont: „Wir spielen jedoch um den ideellen und keinen monetären Gewinn.“
Hat der Skatclub-Chef gute Tipps parat? „Punkte und Trümpfe mitzählen für Anfänger und für Fortgeschrittene Punkte anbieten und Alleinspieler in Mittelhand bringen“, sagt er. Auch wenn seine Mitspieler beobachten, dass Dietrich Herrnleben eigentlich nur ungern verliert, ist dieser froh, in der Runde dabei zu sein. Sein Skat-Tipp lautet: „Einfach mit Spaß und Freude herangehen und nicht alles so ernst nehmen.“