Wie bei der Premiere im Vorjahr sind Musliminnen und Muslime aus Stadt und Umgebung wieder zum Fastenbrechen nach Laatzen eingeladen. Mehr als 500 Plätze und Mahlzeiten stehen dann bereit. Veranstalter sind die Stadt Laatzen, das Leine-Center, der Elma-Markt, die Initiative „Gemeinsam besser“, der „Leine Döner Burger Grill“ sowie Michael Pabst von „Mickys kleiner Weihnachtswelt“.
„Wir wollen an den Erfolg vom vergangenen Jahr anknüpfen“, sagt Aslan Duygu, Gründer und Inhaber des Elma-Marktes im Leine-Center, der die Veranstaltung 2024 ins Leben gerufen hat. Erneut will er alle Lebensmittel für die Mahlzeiten spenden. Vergangenes Jahr waren das unter anderem 60 Kilogramm Rindfleisch, 150 Hähnchenschenkel und 30 Kilogramm Reis.
Zubereitet werden die Mahlzeiten von etwa 15 Frauen der interkulturellen Frauengruppe, die von Narmin Rashid von der Stadt Laatzen betreut wird: „Wir werden das Essen am selben Tag frisch kochen.“ Dafür könnten sie die Küche im Treffpunkt Lange Weihe der Diakonie Hannover-Land nutzen. Letztes Jahr wurden die Speisen noch in einer Freiluftküche, in einem abgetrennten Bereich hinter dem Elma-Mark, zubereitet.„Es gibt Rinderschmorbraten, Hähnchenschenkel und eine vegetarische Linsensuppe“, kündigt Rashid an. „Dazu Bulgur, Reis und einen Bauernsalat als Beilagen.“ Desserts können die Gäste selber mitbringen, sagt Rashid: „Das ist aber kein Muss.“
Im Gegensatz zu 2024 richten die Organisatoren für die Mahlzeiten keine Ausgabestellen mehr ein. „Wir servieren das Essen an den Tischen“, sagt Centermanager Sascha Twesten. „Das übernehmen rund 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.“ Etwa 20 weitere Personen unterstützten die Organisatoren beim Ablauf der Veranstaltung.
Die Initiative „Gemeinsam besser“, die unter anderem im Stadthaus Arabischkurse für Kinder mit Migrationshintergrund anbietet, kümmert sich um die Kinderbetreuung. „Für Jungen und Mädchen gibt es ein Programm mit Spielen und Aktionen“, kündigt Twesten an. Außerdem sei das Kiddieland mit seinen Spielmöglichkeiten geöffnet.
Michael Pabst von „Mickys kleiner Weihnachtswelt“ stellt das technische Equipment zur Verfügung und kümmert sich um den Aufbau der Stühle und Tische, die im Erdgeschoss auf der Freifläche vor der Thalia-Buchhandlung stehen werden. Das Netzwerk für Flüchtlinge ist dieses Jahr nicht beteiligt. „Wir wollten auch anderen die Möglichkeit geben, sich einzubringen“, sagt Duygu.
Anders als vergangenes Jahr ist die Teilnahme dieses Mal nicht ganz kostenlos. Für eine Karte zahlen Gäste 5 Euro. „Der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet“, sagt Duygu. Zugutekommen soll das Geld dem Verein für krebskranke Kinder Hannover.
Der Ramadan steht für Gläubige nicht nur im Zeichen der inneren Einkehr. Auch soziales Engagement und die Unterstützung Bedürftiger werden großgeschrieben. Dem Landesverband der Muslime in Niedersachsen (Schura) zufolge sind im Ramadan auch lästern und fluchen untersagt. Fünfmal am Tag soll gebetet werden.
Wer am Fastenbrechen teilnehmen will, sollte sich sputen. „Mehr als 300 der 500 Eintrittskarten sind bereits verkauft“, sagt Duygu. Die Veranstaltung gefällt nicht nur Gläubigen in Laatzen. „Auch Leute aus Hildesheim und der weiteren Umgebung haben Karten gekauft“, sagt Duygu.
Ab 17.15 Uhr können die Gäste an den Tischen Platz nehmen. Ab 17.45 Uhr begrüßen Bürgermeister Kai Eggert (parteilos) und Centermanager Sascha Twesten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Danach spricht Bilal Erden, Imam der Aksa-Moschee in Laatzen.
Damit die Musliminnen und Muslime vor dem Fastenbrechen in Ruhe beten können, richtet das Leine-Center einen interreligiösen Gebetsraum ein: auf einer leer stehenden Ladenfläche neben der Änderungsschneiderei. Den Teppich dafür hat Duygu extra aus der Türkei kommen lassen.
„Dieser Raum der Stille soll auch nach der Veranstaltung bestehen bleiben“, kündigt Centermanager Sascha Twesten an und betont: „Er ist für Menschen aller Glaubensrichtungen offen.“ Daher seien auch die christlichen Gemeinden in Laatzen einbezogen worden.
Gegessen werden darf dann ab 18.19 Uhr, wenn die Sonne untergegangen ist. Dazu singt der islamische Chor Almuhajirin. Karten gibt es an der Information im Erdgeschoss des Leine-Centers. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.